Demonstrationsgebiet Diemarden - Deutschland

Das PARTRIDGE Demonstrationsgebiet Diemarden liegt an der südlichen Grenze der Universitätsstadt Göttingen im Raum des Leinetals und umfasst 500 Hektar.

Das Demonstrationsgebiet ist durch eine hügelige Landschaft geprägt. Hecken, Graswege, Blühflächen und Brachflächen sorgen für Strukturreichtum.

Seit Beginn des PARTRIDGE Projekts wurde eine Vielzahl von Naturschutzmaßnahmen zur Habitat-Verbesserung etabliert. Darunter sind Blühflächen, Heckenreihen und Rebhuhn-freundliche Mahd von Brachen. Ungefähr 8 % des Projektgebiets sind durch diese neuen Maßnahmen abgedeckt. An der Durchführung dieser Maßnahmen beteilige sich sechs Landwirte. Stand 2020 wurden insgesamt 24 Blühflächen und –streifen mit der PARTRIDGE-Blühmischung  eingesät und decken dabei eine Fläche von 36 ha ab.

Die angelegten Blühflächen bestehen aus zwei Teilen: ein Teil wird jedes Jahr neu eingesät, im anderen Teil wird die Vegetation des Vorjahres stehengelassen. Eine spezielle Saatgutmischung, die einjährige und mehrjährige Pflanzenarten enthält, sorgt für ein vielfältiges Habitat. Die Vegetation des Vorjahres eignet sich besonders gut um ein Rebhuhnnest sicher zu verstecken. Im neu eingesäten Teil können die Rebhühner im Sommer ihre Küken aufziehen. Die offenere Struktur ermöglich es den Küken dort einfacher an geeignetes Insektenfutter gelangen.

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Ende 2019 hat ein örtlichen Bio-Landwirt mit Hilfe von zahlreichen Freiwilligen und dem PARTRIDGE Projekt 1000 m Hecken gepflanzt. Dabei wurde auf niedrigwachsende Arten gesetzt. Hunds-Rose, Liguster, Brombeere und Himbeersträucher wachsen nicht so hoch und bieten möglichen Greifvögeln keinen Ansitz. Die Naturschutzmaßnahmen kommen auch anderen Arten der Agrarlandschaft wie Feldhasen, Insekten und einer Vielzahl von Feldvogelarten zu Gute. Seit Beginn des PARTRIDGE Projekts hat sich die Anzahl von Feldhasen im Rahmen der jährlichen Zählung von 26 im Jahr 2016 auf 38 im Jahr 2020 erhöht.

Im Moment finden Gespräche mit der Stadtverwaltung Göttingen statt, in denen verhandelt wird ob die Stadt künftig für die Finanzierung der Naturschutzmaßnahmen aufkommen kann. Nach Projektende würde dies die Nachhaltigkeit der gemeinsamen Bemühungen zum Schutz des Rebhuhns von Landwirten, Jägern und Naturschützern gewährleisten.

Hintergrund:

Im Jahr 2004 rief die Abteilung Naturschutz der Universität Göttingen und die Naturschutzorganisation „Biologische Schutzgemeinschaft e.V.“ ein großflächiges Rebhuhnschutzprojekt ins Leben, welches den gesamten Kreis Göttingen (ca. 1000 km²) abdeckt. Dabei wurde zur Aufwertung des Lebensraums hauptsächlich auf Blühflächen gesetzt. Das Demonstrationsgebiet Diemarden ist Teil dieses Projekts. Seit 2006 fanden jährliche Rebhuhnzählungen statt und außerdem wurde im Jahr 2009 mit der Besenderung von Rebhühnern begonnen. In 2005 wurden etliche Blühflächen angelegt um das Gebiet Rebhuhn-freundlich zu gestalten.

 

Projekt Kalender Diemarden

Kontakt

Dr. Eckhard Gottschalk (Georg-August-Universität Göttingen)
Email: egottsc1@uni-goettingen.de
Telefon: +49 551 395637 

Lisa Dumpe (Georg-August-Universität-Göttingen)
Email: lisa.dumpe@uni-goettingen.de 
Phone: +49 551 3922313

Informationen zum Göttinger Rebhuhnschutzprojekt: www.rebhuhnschutzprojekt.de